AudioQuest Carbon Optisches Kabel
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Ein Toslink-Kabel überträgt kein elektrisches Signal, sondern Licht: Der Sender setzt den Datenstrom in Lichtimpulse um, die Faser führt sie zum Empfänger, dort wird zurückgewandelt. Wie sauber das gelingt, entscheidet sich fast vollständig in der Faser — und genau dort unterscheidet sich das Carbon Optical von einfacheren Toslink-Kabeln. Statt einer einzelnen dicken Faser führt es 19 Einzelfasern mit enger Apertur aus hochreinem Synthetikmaterial. Dazu kommen präzisionspolierte Faserenden und eine nichtmetallische Steckverbindung, die Quelle und Wandler galvanisch trennt. Gelistet sind sieben Längen von 0,75 bis 16 m; ein Adapter von Toslink auf 3,5-mm-Mini liegt jeder Ausführung bei.
Technologien
19 Narrow-Aperture High-Purity Synthetic Fibers
Die meisten optischen Kabel arbeiten mit einer einzigen, vergleichsweise dicken Faser. Deren Schwäche ist die Streuung: Nicht jeder Lichtstrahl läuft geradeaus hindurch. Viele werden an der Wandung immer wieder abgelenkt und legen dadurch einen deutlich längeren Weg zurück — AudioQuest vergleicht das mit einer Billardkugel, die über die Banden läuft statt direkt zu rollen. Diese Anteile treffen später ein als der direkte Strahl, der Lichtimpuls kommt verschmiert an, und die Elektronik am anderen Ende muss aus einer unscharfen Flanke wieder eine eindeutige Null oder Eins machen. Messbar wird das als verringerte Bandbreite; am Ende der Kette landet es als Verzerrung im Analogsignal. Das Carbon setzt deshalb auf 19 Fasern mit enger Apertur aus hochreinem Synthetikmaterial: Der engere Öffnungswinkel lässt stark abgelenkte Strahlen gar nicht erst zu, der Lichtweg bleibt direkter, die Streuung geringer.
Precision-Polished Fiber Ends
Die Stirnflächen der Fasern sind die Stellen, an denen das Licht ein- und austritt, und sie sind bei einem Bündel aus vielen Einzelfasern besonders heikel: Jede Faser muss plan in derselben Ebene enden, damit alle gleichmäßig ausgeleuchtet werden. Riefen oder ein schiefer Anschliff koppeln Licht in einem ungünstigen Winkel ein oder reflektieren es zurück. Die Faserenden werden deshalb präzise poliert.
Non-Metallic Connection
Die Steckverbindung des Carbon Optical kommt ohne durchgehendes Metall aus. Zwischen Quelle und Wandler besteht damit keinerlei elektrische Verbindung — die beiden Geräte sind galvanisch getrennt. Das ist der bauartbedingte Vorteil optischer Übertragung, und AudioQuest hebt ihn hier ausdrücklich hervor: Hochfrequente Störungen werden weder eingefangen noch von einem Gerät zum anderen weitergereicht, und eine Brummschleife über die Signalmasse kann gar nicht erst entstehen.
Low-Jitter
Jitter ist die zeitliche Unschärfe der Impulsflanken. Ein verschmierter Lichtimpuls überschreitet die Schaltschwelle des Empfängers mal etwas früher, mal etwas später — der Wandler entscheidet also nicht immer im selben Takt, wann eine Null endet und eine Eins beginnt. Ein direkterer Lichtweg und saubere Faserenden halten die Flanken steil und damit diese Entscheidungszeitpunkte gleichmäßiger.
Spezifikationen
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Leitermaterial | 19 hochreine Synthetikfasern mit enger Apertur |
| Geometrie | Lichtwellenleiter, Toslink auf Toslink |
| Terminierung | Toslink, nichtmetallisch, präzisionspolierte Faserenden |
| Mantel | Geflecht (0,75 · 1,5 · 3 · 5 m), PVC (8 · 12 · 16 m) |
| Verfügbare Längen | 0,75 · 1,5 · 3 · 5 · 8 · 12 · 16 m |
| Lieferumfang | Adapter Toslink auf 3,5-mm-Mini |
Lieferumfang & Konfektion
Das Carbon Optical wird ab Werk in sieben festen Längen konfektioniert: 0,75 · 1,5 · 3 · 5 · 8 · 12 · 16 m. Beide Enden sind vollformatige Toslink-Stecker. Jeder Ausführung liegt ein Adapter bei, der einen davon auf einen optischen 3,5-mm-Mini-Anschluss umsetzt — den brauchen Geräte, die ihren optischen Ausgang in der Kopfhörerbuchse führen.
Der Mantel wechselt mit der Länge: Die vier kurzen Ausführungen bis 5 m tragen ein Gewebegeflecht, die drei langen ab 8 m einen PVC-Mantel. Ablängen oder neu konfektionieren lässt sich ein optisches Kabel nicht — die benötigte Strecke also vor der Bestellung ausmessen und eher großzügig als knapp wählen.
Hinweise
Optisch ist nicht koaxial. Übertragen wird S/PDIF als Licht über Toslink. Quelle und Wandler brauchen dafür je einen optischen Anschluss — meist beschriftet mit „Optical“, „Toslink“ oder „Digital Out (Optical)“. Ein koaxialer Cinch-Digitaleingang lässt sich damit nicht bedienen, und umgekehrt hilft kein Steckeradapter: Das eine trägt Licht, das andere Strom.
Was Toslink trägt. Die Schnittstelle überträgt Stereo-PCM sowie datenreduzierte Mehrkanalformate wie Dolby Digital und DTS. Verlustfreie HD-Tonspuren und Dolby Atmos in voller Form laufen dagegen über HDMI. Das ist eine Eigenschaft der Schnittstelle, nicht dieses Kabels — kein optisches Kabel welcher Güte auch immer ändert daran etwas.
Keine Laufrichtung. Anders als die elektrischen AudioQuest-Kabel trägt das optische keinen Richtungspfeil. Welches Ende an der Quelle steckt, spielt keine Rolle.
Nicht knicken. Lichtwellenleiter vertragen enge Radien schlecht. Eine gebrochene oder scharf abgeknickte Faser überträgt dauerhaft weniger Licht, auch wenn der Mantel äußerlich unversehrt aussieht. Beim Verlegen also großzügige Bögen einplanen und das Kabel nicht hinter einem Möbelstück zusammenquetschen.
Carbon ist eine Baureihe, kein einzelnes Kabel. AudioQuest führt den Namen auch bei Digital-Coax-, AES/EBU- und HDMI-Kabeln. Dieser Artikel ist das optische Toslink-Kabel; die anderen Carbon-Ausführungen sind für ihre jeweilige Schnittstelle gebaut und nicht gegeneinander austauschbar.

