Ratgeber Analog · Justage

Testschallplatten: Was sie messen – und wie Sie Ihren Plattenspieler damit einstellen

Eine Testschallplatte kostet weniger als ein guter Tonabnehmer-Ersatz und beantwortet in einer halben Stunde Fragen, über die sonst jahrelang gerätselt wird: Läuft der Teller wirklich exakt? Sind die Kanäle richtig zugeordnet? Wo kommt die Abtastung an ihre Grenze? Wir erklären jedes Testsignal, zeigen die richtige Reihenfolge – und vergleichen die fünf Test-LPs, die wir führen.

Warum überhaupt eine Testplatte?Das einzige Messgerät, das durch Ihre eigene Anlage misst

Ein Plattenspieler ist das einzige Gerät einer HiFi-Kette, das noch mechanisch arbeitet. Ein Diamant von wenigen Mikrometern Verrundung wird mit ein bis zwei Gramm in eine Rille gedrückt und soll daraus Auslenkungen abtasten, die kleiner sind als eine Lichtwellenlänge. Ob das gelingt, hängt an einem guten Dutzend Einstellungen – und keine davon lässt sich am fertig aufgebauten Gerät einfach ablesen.

Genau hier setzt eine Testschallplatte an. Auf ihr sind definierte Signale eingeschnitten: Töne mit bekannter Frequenz, Sweeps mit bekanntem Pegel, Rillen mit bekannter Auslenkung. Weil diese Signale die komplette Kette durchlaufen – Nadel, Nadelträger, Generator, Tonarm, Kabel, Phonostufe, Verstärker, Lautsprecher, Raum –, prüfen Sie damit nicht ein einzelnes Bauteil, sondern das Zusammenspiel. Ein Messschrieb aus dem Prüflabor des Herstellers kann Ihnen das nicht sagen; Ihre Anlage bei Ihnen zu Hause schon.

Der zweite Punkt, der oft unterschätzt wird: Eine Testplatte macht Fehler hörbar, die man sonst für Klang hält. Eine leicht schiefe Nadel klingt nicht „falsch", sondern nach einer diffusen, wandernden Mitte. Ein um zwei Prozent zu schnell laufender Teller klingt nicht nach Fehler, sondern nach „spritzig". Erst wenn ein 1.000-Hz-Ton mit dem Stimmgerät verglichen oder ein Kanal gegen den anderen gehört wird, wird aus Geschmack eine Tatsache.

Dieser Ratgeber erklärt jedes gängige Testsignal, in welcher Reihenfolge Sie vorgehen, was Sie dabei genau hören müssen – und wo die Grenzen einer Testplatte liegen. Am Ende vergleichen wir die fünf Test-LPs, die wir führen, und sagen, welche für welchen Zweck taugt.

Was eine Testschallplatte prüfen kann

  • Drehzahl

    Ein Referenzton mit exakt bekannter Frequenz – meist 1.000 oder 3.150 Hz – verrät jede Abweichung von 33 1/3 oder 45 U/min als Tonhöhenversatz.

  • Gleichlauf

    Derselbe Dauerton, über Minuten gehalten, macht Schwankungen von Riemen, Lager oder Motorregelung als Jaulen oder Wimmern hörbar.

  • Kanalzuordnung

    Ein Ton, der nur auf einem Kanal eingeschnitten ist, deckt vertauschte Kabel und schlechte Steckkontakte in Sekunden auf.

  • Kanaltrennung & Azimut

    Wie viel des linken Signals im rechten Kanal landet, zeigt, ob die Nadel wirklich senkrecht in der Rille steht.

  • Abtastfähigkeit

    Rillen mit stufenweise steigender Auslenkung – 50 bis 100 µm – zeigen exakt, ab welchem Pegel Ihr System die Rille verlässt.

  • Antiskating

    Ein mono eingeschnittener Ton mit ansteigender Amplitude verzerrt zuerst auf der Seite, deren Rillenflanke zu stark belastet wird.

  • Tonarm-Resonanz

    Ein absteigender Tiefton-Sweep bringt das System aus Tonarmmasse und Nadelnachgiebigkeit zum Schwingen – der Peak ist Ihre Resonanzfrequenz.

  • Rumpeln

    Eine unmodulierte, stille Rille lässt nur noch hören, was Lager, Motor und Aufstellung selbst an Störgeräusch beisteuern.

  • Frequenzgang

    Ein Sweep über den Hörbereich macht Überhöhungen hörbar, die aus falscher Abschlusskapazität oder Fehlanpassung der Phonostufe stammen.

  • Einspielen

    Rosa Rauschen in Endlosrillen bewegt die Aufhängung eines neuen Tonabnehmers gleichmäßig durch – schneller als Musik es täte.

Bevor Sie auflegenDie Reihenfolge entscheidet über das Ergebnis

Die häufigste Ursache für frustrierende Justage-Sitzungen ist nicht mangelnde Sorgfalt, sondern die falsche Reihenfolge. Fast alle Einstellungen am Plattenspieler hängen voneinander ab: Wer den Azimut über Armrohr oder Headshell korrigiert, verändert die Massenverteilung und damit die Auflagekraft. Wer die Auflagekraft ändert, verändert die Skatingkraft. Wer den Tonarm in der Höhe verstellt, verändert Auflagekraft und Abtastwinkel. Deshalb gilt eine feste Kette – von grob nach fein, von mechanisch nach akustisch:

1. Waagerecht ausrichten. Erst das Gerät, dann der Plattenteller. Eine Libelle auf dem Teller genügt; bei Federrahmen-Laufwerken an mehreren Stellen prüfen.
2. Überhang und Kröpfung. Mit einer Justageschablone, nicht mit Gefühl. Diese Geometrie bestimmt, wie tangential die Nadel über die ganze Plattenseite läuft – kein Testton der Welt kann sie ersetzen.
3. Auflagekraft. Tonarm zuerst frei ausbalancieren, dann die vom Hersteller empfohlene Kraft mit einer Waage einstellen – gemessen auf Plattenhöhe, nicht auf dem nackten Teller.
4. Azimut. Nadel senkrecht zur Plattenoberfläche. Optisch vorjustieren, dann mit der Testplatte über die Kanaltrennung feinjustieren.
5. Tonarmhöhe (VTA/SRA). Als Ausgangspunkt Tonarmrohr parallel zur Platte, danach nach Gehör in kleinen Schritten.
6. Antiskating. Ganz zum Schluss, weil es von Auflagekraft und Geometrie abhängt.

Erst wenn diese Kette steht, lohnt sich die Testplatte richtig. Ihre Stärke liegt bei den Schritten 4 und 6 sowie bei allem, was danach kommt: Drehzahl, Gleichlauf, Abtastgrenze, Störpegel. Die Schritte 1 bis 3 gehören dagegen ins Reich von Libelle, Schablone und Waage – dazu unten mehr.

Testsignal 1Drehzahl und Gleichlauf – der ehrlichste Test überhaupt

Fast jede Testplatte beginnt mit einem Referenzton. Bei der Ortofon Test Record sind es 1.000 Hz mit 5 cm/s Schnellewert, bei der Ultimate Analogue Test LP ein 1-kHz-Ton mit 7 cm/s, und für den klassischen Wow-&-Flutter-Test hat sich die Normfrequenz 3.150 Hz etabliert – sie liegt hoch genug, dass Tonhöhenschwankungen sofort auffallen.

So messen Sie: Legen Sie den Referenzton auf und halten Sie ein Stimmgerät oder eine Frequenzmess-App vor den Lautsprecher. Ein Ton, der statt 1.000 Hz bei 1.006 Hz landet, bedeutet 0,6 % Übergeschwindigkeit – hörbar wird das etwa ab einem Prozent. Die zweite Stufe ist Geduld: Lassen Sie denselben Ton eine oder zwei Minuten laufen und hören Sie hin. Ein sauberer, stehender Ton bedeutet ruhigen Lauf. Ein langsames Wandern der Tonhöhe („Wow", etwa einmal pro Umdrehung) deutet auf Rundlauffehler, exzentrische Zentrierung oder einen alten Riemen. Schnelleres Flattern („Flutter") kommt eher von Motorregelung oder Lager.

Cardas geht einen zusätzlichen Weg und druckt ein Sync-Label auf die Platte: Unter Netz- oder Stroboskoplicht steht das Muster still, wenn die Drehzahl exakt stimmt – ganz ohne App. Prüfen Sie die Drehzahl übrigens immer mit aufgelegter Platte und, falls Sie einen benutzen, mit Plattengewicht: Beides belastet das Lager und kann bei riemengetriebenen Laufwerken ein paar Zehntelprozent ausmachen.

Testsignal 2Kanäle, Phase und Azimut – wo die räumliche Mitte entsteht

Der zweite Signalblock jeder Testplatte klingt banal und deckt trotzdem die meisten Fehler auf. Zuerst kommt die Kanalzuordnung: ein Ton, der ausschließlich auf dem linken, dann ausschließlich auf dem rechten Kanal eingeschnitten ist. Kommt links, was rechts kommen sollte, sind Tonabnehmerkabel oder Cinch-Stecker vertauscht – ein Fehler, der jahrelang unbemerkt bleiben kann, weil er nichts kaputt macht, sondern nur die Bühne spiegelt.

Dann folgt der interessante Teil: die Kanaltrennung. Während der linke Kanal einen Ton wiedergibt, sollte aus dem rechten möglichst wenig kommen. Was Sie dort hören, ist Übersprechen – und dessen Größe hängt direkt davon ab, ob die Nadel senkrecht in der Rille steht. Genau daraus wird die Azimut-Justage: Verändern Sie die Verdrehung des Tonabnehmers um die Längsachse in kleinsten Schritten, bis das Übersprechen in beiden Richtungen etwa gleich klein ist. Hörbar wird der Erfolg als eine Mitte, die nicht mehr wandert, und als saubere Trennung von Instrumenten an den Rändern.

Ein dritter Kniff arbeitet mit Phase: Die Ultimate Analogue Test LP enthält einen vertikal eingeschnittenen 1-kHz-Ton, der bei Summierung auf Mono ausgelöscht werden muss. Bleibt beim Umschalten auf Mono ein deutlicher Rest hörbar, stimmt der Azimut noch nicht – oder ein Kanal läuft verpolt. Die Ortofon-Platte setzt stattdessen auf ein Rechtecksignal mit 2,7 ms Periodendauer – rund 370 Hz, Tastverhältnis 3:7 –, dessen Form am Oszilloskop beurteilt wird.

Testsignal 3Abtastfähigkeit – die Grenze in Mikrometern

Das ist der spektakulärste Test, weil er ein klares Ergebnis liefert. Auf der Ortofon Test Record folgen sechs Rillen aufeinander, in die jeweils ein 315-Hz-Signal seitlich eingeschnitten ist – mit Spitzenamplituden von 50, 60, 70, 80, 90 und 100 µm. Weil alle sechs Stufen dieselbe Frequenz nutzen, vergleichen Sie dabei immer Gleiches mit Gleichem – der einzige Unterschied ist die Auslenkung.

So testen Sie: Spielen Sie die Stufen der Reihe nach ab und hören Sie auf den Moment, in dem der Ton nicht mehr rein bleibt, sondern rau, kratzig oder „spuckend" wird. Diese Stufe ist die Abtastgrenze Ihrer Kombination aus Tonabnehmer, Nadelschliff und Tonarm. Zur Einordnung: Musikpressungen bleiben in aller Regel unter 80 µm; wer die 70er-Stufe sauber schafft, ist für praktisch jede Platte gerüstet. Wer schon bei 50 oder 60 µm verzerrt, hat ein echtes Problem – meist zu geringe Auflagekraft, verschlissene Nadel oder eine Fehlanpassung zwischen Tonarmmasse und Nadelnachgiebigkeit.

Wichtig: Testen Sie nicht länger als nötig. Diese Rillen sind bewusst extrem geschnitten; eine Nadel, die eine Stufe nicht mehr sauber abtastet, schlägt gegen die Rillenflanken. Ein oder zwei Durchgänge sind Diagnose – Dauerbetrieb ist Verschleiß, für die Nadel wie für die Testplatte.

Und noch ein Hinweis, der oft fehlt: Verzerrt eine Stufe nur auf einem Kanal, liegt kein Abtastproblem vor, sondern eine unausgeglichene Skatingkraft. Damit sind wir beim nächsten Punkt.

Testsignal 4Antiskating – und warum die spiegelglatte Platte der falsche Weg ist

Ein Drehtonarm führt die Nadel auf einem Kreisbogen über eine Platte, deren Rille ein anderer Kreis ist. Aus dieser Differenz entsteht eine nach innen ziehende Kraft – die Skatingkraft. Sie drückt die Nadel stärker gegen die innere Rillenflanke, also den linken Kanal. Die Antiskating-Einrichtung soll das kompensieren.

Der Test mit der Platte: Sie brauchen ein mono, seitlich eingeschnittenes Signal mit ansteigender Amplitude. Die Ultimate Analogue Test LP nutzt dafür einen 315-Hz-Sweep, der bis +12 dBu ansteigt. Sie hören zu, bis Verzerrung einsetzt – und achten darauf, auf welcher Seite sie zuerst auftritt. Weil die Skatingkraft die Nadel gegen die innere Flanke drückt, wird die äußere Flanke – der rechte Kanal – als Erstes entlastet: Verzerrt rechts zuerst, ist zu wenig Antiskating eingestellt; verzerrt links zuerst, zu viel. Ziel ist der Punkt, an dem beide Kanäle etwa gleichzeitig aufgeben. Danach in kleinen Schritten korrigieren und wiederholen.

Mit der Ortofon Test Record läuft derselbe Test über die sechs Abtaststufen: Sie sind mono seitlich mit 315 Hz eingeschnitten und steigen stufenweise in der Amplitude – Ortofon nennt sie ausdrücklich auch für die Feinabstimmung von Auflagekraft und Antiskating. Sie brauchen für diesen Schritt also keine zweite Platte.

Der beliebteste Irrweg: Eine Platte mit spiegelglatter, rillenloser Fläche aufzulegen und das Antiskating so einzustellen, dass der Tonarm stehen bleibt. Das ist bequem und in der Fachdiskussion seit Langem umstritten – aus gutem Grund: Auf einer glatten Fläche fehlt die Modulation, und genau die trägt maßgeblich zur Entstehung der Skatingkraft bei. Ein so ermittelter Wert liegt regelmäßig daneben. Tests mit modulierten Rillen um 300 Hz gelten deshalb als die verlässlichere Methode.

Und eine realistische Erwartung gehört dazu: Eine perfekte Kompensation über die ganze Plattenseite gibt es bei einem Drehtonarm prinzipbedingt nicht, weil sich die Skatingkraft von außen nach innen ändert. Es geht um den besten Kompromiss, nicht um Nullfehler.

Testsignal 5Tonarm-Resonanz und Rumpeln – was unterhalb der Musik passiert

Tonarm und Tonabnehmer bilden zusammen ein Feder-Masse-System: Die effektive Masse des Arms schwingt gegen die Nachgiebigkeit der Nadelaufhängung. Dieses System hat eine Eigenresonanz, und die sollte in einem schmalen Fenster liegen – idealerweise zwischen 8 und 12 Hz. Zu tief, und Trittschall sowie Plattenwellen regen sie an; zu hoch, und sie gerät in den Bereich tiefer Musiksignale.

So finden Sie sie: Die Ultimate Analogue Test LP enthält einen vertikalen Sweep, der von 1 kHz bis 10 Hz absteigt. Beobachten Sie dabei den Tonarm: In der Nähe der Resonanzfrequenz beginnt der Nadelträger sichtbar zu pumpen und der Arm zu zittern, gleichzeitig steigt der Pegel hörbar an. Liegt der Peak deutlich unter 8 Hz, ist der Arm für dieses System zu schwer; liegt er über 12 Hz, zu leicht. Abhilfe schaffen ein anderes Headshell, Zusatzgewichte oder – in letzter Konsequenz – eine andere Kombination.

Der Gegenpol dazu ist die stille Rille: eine unmodulierte Endlosrille, in der nichts eingeschnitten ist. Was Sie dann noch hören, kommt aus Ihrer eigenen Anlage – Lagergeräusch, Motorbrummen, eingekoppelter Trittschall, Netzbrummen aus der Phonostufe. Drehen Sie dafür deutlich lauter als üblich auf und gehen Sie durchs Zimmer: Wenn Ihre Schritte im Lautsprecher landen, ist nicht der Plattenspieler das Problem, sondern seine Aufstellung.

Ehrlich bleibenWas eine Testschallplatte nicht kann

Testplatten werden gern als Universalwerkzeug verkauft. Sie sind es nicht – und das zu wissen, erspart viel vergebliche Mühe:

Überhang und Kröpfung lassen sich mit keinem Testton einstellen. Sie sind reine Geometrie und brauchen eine Justageschablone. Wer diesen Schritt überspringt, optimiert später an Symptomen herum.

Die Auflagekraft messen Sie nicht durch Hören, sondern mit einer Waage – und zwar auf der Höhe, auf der die Nadel später wirklich läuft. Ein bis zwei Zehntelgramm Unterschied entscheiden über Abtastgrenze und Verschleiß.

Absolute Messwerte liefert das Ohr nicht. Ein Frequenzgang in Dezibel, ein Klirrwert, ein exaktes Übersprechen in dB: Dafür brauchen Sie eine Messsoftware, ein Interface und idealerweise ein Oszilloskop. Die Testplatte liefert dann die Signale – ausgewertet wird digital. Ohne Messtechnik bleibt der Vergleich relativ: besser oder schlechter als vorher, links gegen rechts.

Eine verschlissene Nadel erkennt keine Testplatte zuverlässig, ein Mikroskop dagegen sofort. Und eine schmutzige Platte ruiniert jedes Ergebnis: Reinigen Sie Testplatte und Nadel vor der Sitzung, sonst messen Sie Staub.

Schließlich: Testplatten nutzen sich ab. Die extremen Auslenkungen der Tracking-Tests belasten auch die Rille selbst. Behandeln Sie eine Testplatte wie ein Messmittel – sparsam einsetzen, sauber halten, senkrecht lagern.

Das UmfeldDie vier Werkzeuge, die vor der Testplatte kommen

Eine Testschallplatte entfaltet ihren Wert erst, wenn das Mechanische stimmt. Vier Hilfsmittel decken das ab – zusammen kosten sie weniger als die Platte selbst:

Libelle. Der Nivellierhilfe auf den Teller, Gerätefüße nachstellen. Eine schiefe Aufstellung erzeugt eine dauerhafte Seitenkraft, gegen die kein Antiskating der Welt sauber kompensiert.

Justageschablone. Das Cartridge Alignment Tool legt Überhang und Kröpfung fest. Wer es genauer mag, nimmt die Premium-Variante.

Auflagekraft-Waage. Die einfache mechanische Waage reicht für den Hausgebrauch; die digitale DS-3 misst auf 0,01 g genau und ist die bessere Wahl, wenn Sie regelmäßig Systeme wechseln.

Sauberkeit. Kohlefaserbürste für die Platte, Nadelbürste für den Diamanten – vor jeder Messung. Ein Plattengewicht hilft zusätzlich bei leicht welligen Pressungen, verändert aber die Lagerlast: Drehzahl danach erneut prüfen.

Fünf Testschallplatten aus unserem Sortiment

Alle Schallplatten

Diese fünf Platten decken zusammen das gesamte Programm ab – und unterscheiden sich deutlicher, als der gemeinsame Begriff „Testplatte“ vermuten lässt.

Fünf Testschallplatten aus unserem Sortiment
Testschallplatte

Ortofon Test Record

Normaler Preis €49,00
Stückpreis
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Analogue Productions – The Ultimate Analogue Test LP

Normaler Preis €50,00
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Tacet – Vinyl: Check

Normaler Preis €35,00
Stückpreis
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image hifi – Vinyl Essentials

Normaler Preis €45,00
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Cardas – Frequency Sweep and Burn-In Record

Normaler Preis €35,00
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Hersteller / Label
Hersteller / LabelOrtofon (Dänemark) Analogue Productions (USA) Tacet (Deutschland) image hifi (Deutschland) Cardas Audio (USA)
Artikelnummer
ArtikelnummerAAPT 1 TACET L 210 image hifi LP 003 P47.9
Pressung
PressungFeinpressung 180 g 180 g 180 g 180 g SuperVinyl
Geschwindigkeit
Geschwindigkeit33 1/3 U/min 33 1/3 U/min 33 1/3 U/min 33 1/3 U/min Seite 1: 45 U/min · Seite 2: 33 1/3 U/min
Mastering / Schnitt
Mastering / SchnittOrtofon Neumann VMS 80 bei Sterling Sound, gepresst bei RTI Daniel Krieger (SST Schneidtechnik), zusammen mit der Analogue Audio Association Stan Ricker, Neumann VMS 66 mit heliumgekühltem SX-74
Anzahl Testsignale
Anzahl Testsignale15 Tracks 16 Tracks auf zwei Seiten 11 Tracks auf zwei Seiten 8 Tracks auf zwei Seiten Sweeps, Burn-in-Tracks, Endlosrillen
Referenzton
Referenzton1.000 Hz bei 5 cm/s rms (4 Tracks) 1 kHz bei 7 cm/s mono lateral, zusätzlich 100 Hz und 10 kHz 1-kHz-Ton auf Seite 1
Frequenzgang-Sweep
Frequenzgang-Sweep800 Hz – 50 kHz logarithmisch, 28 s, je Kanal 1 kHz – 20 kHz und 1 kHz – 20 Hz Frequenzgang-Testband auf Seite B kurze Sweeps in zwei Ausführungen
Abtastfähigkeit (Tracking)
Abtastfähigkeit (Tracking)6 Stufen, 315 Hz lateral, 50 / 60 / 70 / 80 / 90 / 100 µm ja, erster Track auf Seite A ja, dreimal identisch geschnitten
Antiskating
Antiskatingindirekt über die Abtasttests ja, 315 Hz Amplituden-Sweep bis +12 dBu ja, eigener Skating-Test über den dreifachen Abtasttest glatte Plateaus zur Beurteilung
Azimut / Kanaltrennung
Azimut / Kanaltrennungüber die Kanal-Referenztöne ja, 1 kHz nur links bzw. nur rechts Übersprechtest Kanalidentifikation und zwei Übersprechtests Kanalansage mit Stimme, Polaritätsprüfung
Phasen- / Polaritätstest
Phasen- / Polaritätstestkein eigener Test; Rechteck 2,7 ms für die Oszilloskop-Kontrolle 1 kHz vertikal, muss bei Mono auslöschen ja, eigener Phasentest ja, eigener Phasentest Polaritätsprüfung und Klavieranschläge
Gleichlauf (Wow & Flutter)
Gleichlauf (Wow & Flutter)über den Referenzton beurteilbar eigener Track mit 3.150 Hz ja, eigener Gleichlauftest Sync-Label für Stroboskop-Prüfung
Intermodulation
IntermodulationIEC-Test mit 60 Hz und 4 kHz
Tonarm-Resonanz
Tonarm-Resonanzvertikaler Sweep 1 kHz – 10 Hz ja, letzter Track auf Seite A ja, Tonarm/System-Resonanztest
Stille Rille (Rumpeln)
Stille Rille (Rumpeln)ja unmodulierte Rillen
Tonabnehmer einspielen
Tonabnehmer einspielenrosa Rauschen vertikal zum Einspielen, lateral zum Entmagnetisieren rosa Rauschen in Endlosrillen
Besonderheit
Besonderheiteinzige der fünf mit klar gestuftem Abtasttest in µm vollständigstes Messprogramm zweisprachige Ansagen; einzige mit Spurfehlwinkel-Test; Zischlaute vor und nach dem Justieren vergleichbar Abtasttest dreifach identisch geschnitten – bleibt über Jahre verschleißfrei zugleich Einspiel- und Reinigungsplatte
Am besten geeignet für
Am besten geeignet fürAbtastgrenze und Grundcheck der Kette komplette Justage inklusive Antiskating und Resonanz schrittweises Einstellen nach Gehör, Innenrillen-Check dauerhafte Kontrolle von Abtastfähigkeit und Antiskating neue Tonabnehmer einspielen, Polarität und Drehzahl prüfen

Stand Juli 2026. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.

Bei uns im ShopDie Ortofon Test Record im Detail

Ortofon gibt es seit 1918, Tonabnehmer baut das Haus seit 1948 – und weiß entsprechend genau, was in der Praxis schiefgeht. Die Test Record ist deshalb bewusst schlank gehalten: 15 Tracks, kein Ballast, dafür in jedem Punkt sauber dokumentiert.

Die Tracks 1 bis 4 gehören den Frequenzgang-Sweeps: vier Durchläufe, die von 800 Hz bis 50 kHz logarithmisch über 28 Sekunden laufen, je zweimal für den linken und den rechten Kanal. Sie sind linear geschnitten, mit einer Toleranz von ±1,5 dB im Bereich zwischen 800 und 20.000 Hz. Weil die Wiedergabe über die RIAA-Entzerrung Ihrer Phonostufe läuft, zeigen Auffälligkeiten im Hochtonbereich typischerweise auf die Abschlusskapazität der Kabel oder eine unpassende Anpassung.

Die Tracks 5 bis 15 sind das Arbeitspferd. Vier Referenztöne mit 1.000 Hz bei 5 cm/s rms – zwei für links, zwei für rechts – decken Kanalzuordnung, Balance und Drehzahl ab. Es folgen die sechs Abtaststufen mit 315 Hz und 50 bis 100 µm (Tracks 9 bis 14). Den Abschluss macht Track 15, ein Rechtecksignal mit 2,7 ms Periodendauer – rund 370 Hz – und einem Tastverhältnis von 3:7, das für die Kontrolle am Oszilloskop gedacht ist.

Damit ist sie die naheliegende erste Testplatte – und die einzige der fünf hier verglichenen mit einem klar in Mikrometern gestuften Abtasttest.

Für die komplette JustageThe Ultimate Analogue Test LP: das vollständige Messprogramm

Wenn es eine einzige Platte für alles sein soll, ist es diese. Analogue Productions hat sie mit Mastering-Ingenieuren, Plattenspieler-Spezialisten und audiophilen Hörern entwickelt; hinter dem Projekt stehen Barry Wolifson von Sterling Sound und Clark Williams. Geschnitten wurde sie bei Sterling Sound auf einer Neumann VMS 80 und bei RTI auf 180 g gepresst.

Ihr Programm ist das breiteste der fünf: 1-kHz-Referenztöne als Mono-Signal und getrennt für links und rechts, dazu 100 Hz und 10 kHz zum Einpegeln. Ein eigenes VTA-Testband für die Tonarmhöhe. Der Anti-Skate-Test auf Seite 2 arbeitet mit 315 Hz und steigenden Pegeln von 0 dB bis +12 dB – also genau dort, wo die Abtastung an ihre Grenze kommt. Dazu der 3.150-Hz-Gleichlauftest, Sweeps von 1 kHz bis 20 kHz bei −20 dB und bei 0 VU, ein IEC-Intermodulationstest, ein gegenphasiges 1-kHz-Signal für die absolute Phase, rosa Rauschen lateral und vertikal geschnitten – damit lassen sich horizontale und vertikale Abtastung getrennt beurteilen – und am Ende von Seite 2 eine stille Rille, die zeigt, wie ruhig Laufwerk, Antrieb und Umgebung wirklich sind.

Sie kommt wie die meisten unserer audiophilen Tonträger über den Bremer Vertrieb Sieveking Sound, über den auch der Rest unseres Analogue-Productions-Sortiments läuft.

Geführt nach GehörTacet Vinyl: Check – Schritt für Schritt ohne Messgerät

Diese LP ist dafür gemacht, mit den eigenen Ohren zu entscheiden, wie gut die Anlage arbeitet – bis auf den Frequenzgang kommt sie ohne Messinstrumente aus. Entstanden ist sie zusammen mit der Analogue Audio Association und mit Hilfe von Daniel Krieger von SST Schneidtechnik. Alle Testbänder sind zweisprachig angelegt, deutsch und englisch, und sie stehen in genau der Reihenfolge, in der man Laufwerk, Tonarm und Tonabnehmer sinnvoll abarbeitet.

Seite A beginnt mit der Abtastfähigkeit und führt über Gleichlauf, Phase und Übersprechen zum Spurfehlwinkel – den prüft als einzige der fünf diese Platte. Es folgen der Skating-Test als Grundlage für das Antiskating und zuletzt der Resonanztest, der die Eigenresonanz aus Tonarm und Tonabnehmer hörbar macht.

Seite B arbeitet dann mit Musik statt Messtönen. Scharfe S- und Reibelaute sind der kritischste Fall überhaupt: Sie zeigen, ob die Abtastung im Innenrillenbereich verzerrungsfrei bleibt. Dazu kommen ein Frequenzgang-Testband und ein Dynamik-Test. Weil dieselben Zischlaute am Ende der Seite noch einmal auftauchen, hören Sie den Unterschied vor und nach dem Justieren direkt gegeneinander – das kann keine der anderen vier.

Für die dauerhafte Kontrolleimage hifi Vinyl Essentials: dreimal derselbe Abtasttest

Diese Platte konzentriert sich ganz auf den Tonabnehmer. Seite 1 bringt die Kanalidentifikation – man glaubt nicht, in wie vielen Anlagen die Kanäle vertauscht sind –, danach den Phasentest, zwei Übersprechtests, den Abtasttest und den Tonarm/System-Resonanztest, der zeigt, ob Arm und System überhaupt zueinander passen.

Der eigentliche Kniff steht auf Seite 2, und er ist der Grund, diese Platte zusätzlich zu einer anderen zu haben: Der Abtasttest ist nicht einmal, sondern dreimal identisch geschnitten. Genau dieses Testband wird beim Einstellen des Antiskatings am häufigsten benutzt und unterliegt deshalb besonders starkem Rillenverschleiß. Wer zwischen den drei absolut gleichen Tracks abwechselt, misst auch nach Jahren noch gegen eine unverschlissene Referenz – ein Detail, das diese Platte von einfachen Testpressungen unterscheidet.

Zum Einspielen und PflegenCardas Frequency Sweep and Burn-In: keine Messplatte

Diese LP verfolgt einen anderen Zweck als die übrigen vier. George Cardas hat sie als Werkzeug für Einrichtung, Diagnose und Wartung konzipiert; gemastert hat sie Schneidlegende Stan Ricker auf einer Neumann-VMS-66-Lackschnittmaschine mit einem heliumgekühlten Neumann-SX-74-Schnittkopf, die Elektronik dafür steuerte Keith O. Johnson bei. Gepresst ist sie auf 180 g SuperVinyl, Seite 1 läuft mit 45 U/min, Seite 2 mit 33 1/3.

Die wichtigsten Werkzeuge liegen auf Seite 1: Die ersten beiden Tracks entmagnetisieren bei normaler Lautstärke den Tonabnehmer und reinigen die Nadel zugleich mit Ultraschall. Dass danach kurzzeitig Klicken zu hören ist, ist normal – das ist Schmutz, der vom Nadelträger fällt; dann die Platte reinigen. Cardas empfiehlt die Anwendung wöchentlich, Systeme mit Eisenkernen brauchen sie häufiger als solche mit Rubinkernen.

Seite 2 beginnt mit der Stimme von George Cardas – von links, von rechts und als Monosignal aus der Mitte. Steht das Monosignal nicht mittig, sondern scheinbar hinter den Lautsprechern, ist ein Kanal phasenverdreht. Die Ansagen „In Polarity“ und „Out of Polarity“ prüfen die absolute Phase, Klavieranschläge im halligen Raum machen den Effekt deutlicher. Rosa Rauschen in Endlosrillen spielt neue Systeme ein – Cardas empfiehlt je eine Stunde in den Vertikal- und in den Horizontalrillen, und weil für jedes neue System eine frische Rille genutzt werden sollte, reicht die Platte für die nächsten 32 Systeme. Dazu kommen ein aufgedrucktes Sync-Label zur Drehzahlprüfung per Stroboskop und glatte Plateaus, auf denen die Nadel bei korrektem Antiskating langsam nach innen wandern soll.

Die SitzungEine halbe Stunde, acht Schritte

Nehmen Sie sich Zeit am Stück und notieren Sie jeden Ausgangswert, bevor Sie etwas verstellen – so kommen Sie jederzeit zurück.

1. Vorbereiten. Anlage eine halbe Stunde warmlaufen lassen. Nadel und Testplatte reinigen. Loudness, Klangregler und Filter aus, Balance auf Mitte.
2. Waagerecht prüfen. Libelle auf den Teller, Füße nachstellen.
3. Geometrie und Auflagekraft prüfen. Schablone und Waage – nur wenn zuletzt etwas verändert wurde oder das System neu ist.
4. Drehzahl. Referenzton auflegen, Frequenz messen, ein bis zwei Minuten auf Gleichlauf hören.
5. Kanäle. Links-/Rechts-Tracks abspielen, Zuordnung prüfen, danach Übersprechen beurteilen und den Azimut in kleinsten Schritten optimieren. Nach einer Azimut-Korrektur am Armrohr oder Headshell die Auflagekraft erneut kontrollieren.
6. Abtastfähigkeit. Die Stufen der Reihe nach abspielen, notieren, ab welcher es rau wird – und ob auf einem oder beiden Kanälen.
7. Antiskating. Modulierten Sweep abspielen, feststellen, welche Seite zuerst verzerrt, korrigieren, wiederholen. Danach Schritt 6 einmal gegenprüfen.
8. Störpegel. Stille Rille bei erhöhter Lautstärke – Brummen, Rumpeln, Trittschall. Die Ortofon-Platte hat als einzige keine; nehmen Sie dafür die Ultimate Analogue Test LP, die Cardas-Platte oder ersatzweise die Auslaufrille einer sauberen Musikplatte. Anschließend Lautstärke zurückdrehen, bevor wieder Musik läuft.

Zum Abschluss die Platte auflegen, die Sie am besten kennen. Wenn Stimmen fester in der Mitte stehen, Becken sauber ausklingen und die letzten Rillen einer Seite nicht mehr rauer klingen als die ersten, hat sich die halbe Stunde gelohnt.

Häufige Fragen zu Testschallplatten

Was ist eine Testschallplatte?

Eine Testschallplatte ist eine Schallplatte, auf der statt Musik definierte Messsignale eingeschnitten sind: Referenztöne mit bekannter Frequenz, Frequenz-Sweeps, Rillen mit exakt festgelegter Auslenkung und unmodulierte Rillen. Damit lassen sich Drehzahl, Gleichlauf, Kanalzuordnung, Kanaltrennung, Abtastfähigkeit, Antiskating, Tonarm-Resonanz und Störpegel eines Plattenspielers überprüfen – und zwar durch die komplette eigene Anlage hindurch statt im Labor des Herstellers.

Wie benutzt man eine Testschallplatte richtig?

In fester Reihenfolge und immer erst, nachdem das Mechanische stimmt. Zuerst wird der Plattenspieler waagerecht ausgerichtet, dann werden Überhang und Kröpfung mit einer Schablone eingestellt und die Auflagekraft mit einer Waage gesetzt. Erst danach kommt die Testplatte zum Einsatz: Drehzahl über den Referenzton prüfen, Kanalzuordnung kontrollieren, Azimut über die Kanaltrennung feinjustieren, Abtastgrenze über die Tracking-Stufen ermitteln, Antiskating über einen modulierten Sweep einstellen und zum Schluss den Störpegel in der stillen Rille beurteilen. Wichtig: Nach jeder Änderung an Azimut oder Tonarmhöhe die Auflagekraft erneut messen.

Welche Testschallplatte ist die richtige für mich?

Für den Einstieg und den regelmäßigen Grundcheck ist die Ortofon Test Record die naheliegende Wahl – vor allem wegen der sechs klar gestuften Abtasttests von 50 bis 100 µm. Wer die komplette Justage inklusive Antiskating-Sweep, Tonarm-Resonanz, Intermodulation und stiller Rille abdecken will, nimmt die Ultimate Analogue Test LP von Analogue Productions. Und wer vor allem einen neuen Tonabnehmer einspielen, die Polarität prüfen und die Drehzahl per Stroboskop kontrollieren möchte, ist mit der Cardas Frequency Sweep and Burn-In Record am besten bedient.

Kann ich Antiskating mit einer rillenlosen Platte einstellen?

Diese Methode ist verbreitet, aber fachlich umstritten. Auf einer spiegelglatten Fläche fehlt die Rillenmodulation – und die trägt maßgeblich zur Entstehung der Skatingkraft bei. Ein so ermittelter Wert liegt daher regelmäßig neben dem, was in einer modulierten Rille tatsächlich passiert. Verlässlicher ist ein mono seitlich eingeschnittenes Testsignal um 300 Hz mit ansteigender Amplitude: Sie stellen das Antiskating so ein, dass beide Kanäle etwa gleichzeitig zu verzerren beginnen.

Meine Platte verzerrt nur auf einem Kanal – woran liegt das?

Verzerrt bei einem lauten Mono-Signal zuerst der rechte Kanal, ist meist zu wenig Antiskating eingestellt; verzerrt zuerst der linke, zu viel. Tritt die Verzerrung dagegen auf beiden Kanälen gleichzeitig auf, liegt die Ursache eher bei zu geringer Auflagekraft, einer verschlissenen Nadel oder einer Fehlanpassung zwischen effektiver Tonarmmasse und Nadelnachgiebigkeit. Nimmt die Verzerrung zum Plattenende hin deutlich zu, deutet das auf einen Geometriefehler bei Überhang und Kröpfung hin.

Wie prüfe ich die Drehzahl meines Plattenspielers?

Legen Sie den Referenzton der Testplatte auf – meist 1.000 Hz, für Gleichlauftests 3.150 Hz – und messen Sie die wiedergegebene Frequenz mit einem Stimmgerät oder einer Frequenzmess-App. Eine Abweichung von 1 % entspricht etwa 10 Hz bei einem 1.000-Hz-Ton und wird langsam hörbar. Manche Testplatten, etwa die von Cardas, tragen zusätzlich ein Sync-Label, das unter Stroboskoplicht stillsteht, wenn die Drehzahl stimmt. Messen Sie immer mit aufgelegter Platte und gegebenenfalls mit Plattengewicht, weil beides die Lagerlast verändert.

Was bedeuten die Angaben in µm bei den Abtasttests?

Sie geben die seitliche Spitzenamplitude der eingeschnittenen Rille an – also wie weit die Nadel ausgelenkt wird. Die Ortofon Test Record bietet sechs Stufen von 50 bis 100 µm bei 315 Hz. Musikpressungen bleiben in der Regel unter 80 µm. Wer die 70er-Stufe sauber und ohne Rauheit abtastet, ist für nahezu jede handelsübliche Schallplatte gerüstet. Wer schon bei 50 oder 60 µm hörbar verzerrt, sollte Auflagekraft, Nadelzustand und die Anpassung von Tonarm und System überprüfen.

Brauche ich Messtechnik oder reicht das Gehör?

Für die meisten praktischen Einstellungen reicht das Gehör: Kanalzuordnung, Abtastgrenze, Antiskating und Störpegel beurteilen Sie hörend. Für den Azimut ist das Gehör brauchbar, eine Messung des Übersprechens aber deutlich präziser. Absolute Werte – Frequenzgang in Dezibel, Klirrfaktor, exakte Kanaltrennung – erfordern Software, ein Audio-Interface und für die Rechteck-Prüfung ein Oszilloskop. Die Testplatte liefert in beiden Fällen dieselben Signale; nur die Auswertung unterscheidet sich.

Wie oft sollte man den Plattenspieler kontrollieren?

Eine vollständige Sitzung lohnt sich nach jedem Systemwechsel, nach einem Transport oder Umzug und nach jedem Eingriff am Tonarm. Ansonsten genügt ein kurzer Check ein- bis zweimal im Jahr: Drehzahl, Kanäle und eine Abtaststufe. Die Auflagekraft ist der Wert, den man am häufigsten nachmessen sollte – nicht weil sie sich von allein verstellt, sondern weil jeder Eingriff an Tonarmhöhe, Headshell oder Gegengewicht sie mitverändert und die Nadelaufhängung mit den Jahren nachgibt.

Nutzt sich eine Testschallplatte ab?

Ja. Gerade die Tracking-Tests sind mit extremen Amplituden geschnitten, und eine Nadel, die eine Stufe nicht mehr sauber abtastet, belastet die Rillenflanken stark. Setzen Sie eine Testplatte deshalb wie ein Messmittel ein: gezielt, nicht als Dauerprogramm, immer mit gereinigter Nadel und sauberer Plattenoberfläche, senkrecht gelagert in einer guten Innenhülle.

Kann ich mit einer Testplatte auch einen neuen Tonabnehmer einspielen?

Ja, wenn sie Tracks mit rosa Rauschen enthält. Rosa Rauschen bewegt die Aufhängung des Nadelträgers gleichmäßig über den gesamten Frequenzbereich und arbeitet die Gummidämpfung dadurch schneller ein als Musik. Die Cardas-Platte hat solche Tracks als Endlosrillen, die Ultimate Analogue Test LP bietet rosa Rauschen lateral und vertikal. Ein neues System braucht typischerweise einige Betriebsstunden, bis es klanglich zur Ruhe kommt – prüfen Sie die Justage danach noch einmal nach, weil sich die Nachgiebigkeit dabei verändert.

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